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Damensitzungen 2010
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Wir bedanken uns beim Hanauer-Anzeiger für die freundliche Genehmigung das wir diese Berichterstattung auf unserer Homepage veröffentlichen dürfen.
Die Mädels feiern eben doch ganz anders
Bei ausverkaufter Damensitzung der Lustische Geeleriebe bebt der Saal – Männliche Akrobatik sorgt für Stimmung
Klasse Stimmung, witzige Kostümgruppen: Die Mädels kamen bei der Damensitzung auf ihre Kosten. Fotos: Reinhard Paul
 

Hanau (mum). Wenn etwa 150 jüngere und jung gebliebene Frauen ihre bunten Perücken bürsten, den großen Schminkbeutel rausholen, sich daheim mit einem Notgroschen für das nächtliche Taxi und den Worten „Tschüß, Schatz, bis morgen früh!“ verabschieden, dann ist es Zeit für die Damensitzung der Lustische Geeleriebe.

Da ja die holde Weiblichkeit bekanntermaßen auch noch auf die B-Note achtet, sprich, den künstlerischen Gesamteindruck, wundert es auch niemanden mehr, dass am vergangenen Wochenende im Nachbarschaftshaus Tümpelgarten ganze Reihen nach einem Motto gekleideter Närrinnen saßen. Die Punk-Mädels links, die Piratenbräute rechts, vorne jede Menge Zwerge (ja, genau, die Kleinen nach vorn) und eine Gruppe von Schneefrauen auf den runden Bänken im hinteren Saalbereich. Das dürfte auch Alleinunterhalter Holger M. gefallen haben, denn so konnte er die zunächst noch wohl sortierten Reihen quasi nach „Berufsgruppe“ einteilen und zum Mitmachen animieren. Nicht, dass das wirklich notwendig gewesen wäre: Bereits eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Sitzungsbeginn schunkelten sich die ersten Piratinnen schon mal warm während die Punks noch über die entscheidende Frage „Sekt oder Bier, Mädels?“ diskutierten.

So mussten die beiden Moderatorinnen des Abends, Monika Gebhard-Cosler und Anni Gast, ihre aufgeregt schnatternden Gäste anfangs eher zum Zuhören auffordern. Der verbale Schlagabtausch der beiden „Grand Dames“ des Geeleriebe-Faschings brachte die Damenwelt jedoch schnell wieder auf Spur – boshafte Hänseleien über Leibesfülle und Körperhöhe, die Gebhard-Cosler und Gast auch später auch bei ihrem Auftritt als Prinzessinnen weiter kultivierten, animierten die Zuhörerinnen zu allen möglichen lautstarken Meinungsäußerungen („Moppel statt Model“). Klar, dass dabei auch die Männer ihr Fett ab bekamen.

Apropos „Männer“: Obwohl es sich bei der Veranstaltung ja ausdrücklich um eine reine Damensitzung handelte, hatten natürlich auch Herren Zutritt, zumindest als Entertainer. Mit dem Auftritt ihrer beiden „perönlichen Tanzmariechen“ sorgten die Moderatorinnen schon frühzeitig für Lacher. Während Gebhards sich als klassisches Tanz“mädel“ präsentierte, setzte Anni Gast auf rockigen Charme in schwarz-roter Strapse. Was dann folgte, war der erste Augenschmaus: Das Männerballett „Dancing Disaster“ aus O-Kriftel trat als Feuerwehrtruppe auf und beeindruckte das weibliche Publikum nicht nur mit gutem Körperbau, sondern vor allem mit rasanter Choreographie und lustigen Einfällen. Wer hat zum Beispiel schon einen Mann daheim, dem man im freien Handstand die Anzughose ausziehen kann? Handstand, Überschläge, Übungen für die Muskelgruppen, die die „Pilates“-gequälten Mädels aufstöhnen ließen („Oh Gott, das geht so in die Beine!“), dazu fetzige Musik, die ins Blut ging.

Alles sexy oder was? Frieder Arndt alias Karlheinz beim Strip, der kein Auge trocken ließ.

 

Weniger sportlich, aber als mindestens genauso fester Garant toller Stimmung präsentierte sich danach Frieder Arndt als Karlheinz, der seine Frau Hiltrud sucht. Tragisch: Sie war ihm in einem Drogeriemarkt abhanden gekommen. Sein Vortrag, gespickt mit kleinen Bosheiten aus dem Eheleben („Je länger ich meine Frau angucke, desto mehr liebe ich unseren Hund!“) brachte die Anwesenden zum Tösen. Auch als seine vermisste Gattin Hiltrud dann überraschend auftauchte und ihren Teil zu den „Szenen einer Ehe“ beitrug, blieb kein Auge trocken. Höhepunkt: Karlheinz' Strip zu Salsamusik. Wer kann schon langen Unterhosen und darüber bunten Boxershorts, die bis zum Brustbein hochgezogen wurden, widerstehen? Beim Duett „Hinter den Kulissen von Paris“ sang selbstverständlich der ganze Saal mit. Gut vorbereitet zeigten sich die Gäste also für Sänger Smiley, der mit Schmeichelstimme Klassiker von „Kool & The Gang“ sang, natürlich unterstützt von einem vielstimmigen Backgroundchor, der bei den hohen „Hu Hus“ im Lied „Celebration“ aushalf. Kommentar eines anderen (männlichen) Künstlers: „Wenn ich so tief singe, würden sie mich von der Bühne treten.“

Neben den attraktiven Stimmlagen hatten aber natürlich auch weitere attraktive Körper ihren Platz im Programm der Lustische Geeleriebe – das Auge isst ja schließlich auch mit. Mit den „Schlabbedabber“ (ehemals „Kerbburschen“) aus Aufenau trat eine Männertanzgruppe auf, die bereits seit Jahren einen festen Platz in den Herzen der Sitzungsbesucherinnen haben. Sie präsentierten ihre Show als Indianerstamm und sparten ebenfalls nicht mit artistischen Einlagen und schmissigen Tanzschritten. Klar, dass auch sie dafür eine „Rakete“ von den Zuschauerinnen bekamen. Für alle Nicht-Karnevalisten: Eine Rakete teilt sich in drei Teile, nämlich in wildes Tischtrommeln, gefolgt von Trampeln mit den Füßen und schließlich einem kollektiven Arme hochreißen. Für echte Faschingsstimmung, sozusagen direkt aus der Wiege des Narrentums, sorgte die Kölsche Band „Dompänz“, bestehend aus gut gelaunten Studenten, die in der närrischen Jahreszeit mit der Musik ihrer Heimatstadt auf Tour gehen. Bei „Viva Colonia“ hielt es natürlich weder Schneefrauen noch Zwerge auf ihren Sitzen. Noch nicht lange im Spezialbereich „Männerballett“ tätig, aber schon auf einem sehr erfolgreichen Weg: Die Hailänder Kerle aus Hailer. Anni Gast erspähte sie auf einem Turnier von Männerballettgruppen in Wächtersbach. In manchem Bewegungsablauf nicht perfekt, dafür aber von wunderbar augenzwinkernder Qualität, die vor allem in der Zugabe heraus kam. Eine Anwesende zu ihrem Aufzug: „Schwarze Turnschläppchen in Größe 43 sind schon echt großes Kino.“ Weniger Gedanken um seinen Aufzug musste sich der knackige Stripper machen, der als Fast-Finale den Saal nochmal so richtig zum Kochen brachte. Seine Gunst schenkte er der Faschingsprinzessin, was für sofortigen Futterneid im restlichen „Hühnerstall“ sorgte. „Ich hab das Gleiche bezahlt, das ist unfair“, johlte eine der Punkdamen gut gelaunt. Damit auch alle nochmal schön mitsingen konnten, bestritt „Gina“-Frontmann und HA-Fotograf Reinhard Paul mit einem von technischen Pannen gebeutelten Schlagerpotpurri die letzte Show-Einlage. Die Närrinnen störte es nicht – sie konnten schließlich die Texte von „Griechischer Wein“ bis „Marmor, Stein und Eisen bricht“ fehlerfrei mitsingen.
Monika Gebhard-Cosler stand die Erleichterung über den gelungenen Abend ins Gesicht geschrieben: „In dem Moment, in dem ich merke, die Stimmung ist gut, da werde ich lockerer.“ Auch wetterbedingte Improvisationen im Ablauf brachten die erfahrene Faschingsfrau nicht aus dem Konzept. „Da haben wir eben schnell mal was umgestellt.“ Die Damen haben's bestimmt nicht gemerkt.

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Fotogalerie von unseren Damensitzungen
Bitte beachten Sie das wir auf unserer Homepage nur Bilder bis zu einem "gewissen Punkt" veröffentlichen können... schliesslich haben wir hier ja auch noch den Kinderfasching. Die "anderen Fotos" gibt es bei dem neuesten Mitglied der "Lustische Geeleriebe"!!!
Doch noch interessiert???? .... dann folgen Sie einfach den unteren Links ... Ihr Geeleriebe-Knipser.
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